Nachdem die Untersuchungen gestern und vorgestern alle gut abgeschlossen wurden, wurde ich heute morgen mit einen so starken Ziehen im Bauch wach, dass ich am liebsten liegen geblieben wäre. Doch meine Umzugswahn trieb mich an und ich habe es sogar geschafft einen Karton mit Ordnern einzupacken, ehe die Schmerzen mich lahmlegten.
Frau von Welt ist ja eigentlich kein großer Fan von Ärzten, aber diesmal waren mir die Sorgenfalten auf die Stirn geschrieben. Mein Anruf galt also der Frauenärztin, die auch sofort Zeit fand und ich in die Praxis kommen konnte. Eigentlich wollte ich erst in 14 Tagen wieder bei ihr vorsprechen, doch ich hatte die wildesten Bilder im Kopf. Nun sei gesagt, ich bin eigentlich gar nicht hysterisch und laufe nicht wegen jedem quersitzenden Pups zum Arzt, aber heute morgen hatte ich einfach so ein Gefühl. Die Ärztin ordnete dann ein CTG an und die kleine Nele gab keinen Laut von sich, was meine Sorgen verstärkte. Was war, wenn gestern noch alles okay war und ihr jetzt was zugestoßen war?
Ich war allein zu Hause und ich hatte schon den Notfallplan B in der Tasche, also vorsorglich das Handy eingepackt. In Gedanken hatte ich schon damit gerechnet ins Krankenhaus zu müssen und dann fanden sie die kleine Maus beim CTG nicht, was meine Angst noch tiefer werden ließ.
Jessica, die Arzthelferin, eine wirklich liebe Frau, meinte nur, ich solle mir keine Sorgen machen, die kleine Maus würde sicherlich schlafen und meine FÄ würde sich nun mal mit dem Ultraschallgerät an die Ziege nähern. (Wobei ne Ziege ist Nele nicht, sie ist eine ausgewachsene Zicke!)
Dann kam die Erlösung für mich, man sah den Herzschlag, die olle Kuh hat sich gedreht, was mir dieses Schmerzen gebracht hatte und wir versuchten, nachdem sie nun per Ultraschall unsanft geweckt wurde, was sie auch mit wildem Toben zu verstehen gab, sie im CTG einzufangen.
Wieder keine Reaktion. Ich hatte aber das Herzchen schlagen gesehen und meine Sorgenfalten, die sich zwischenzeitlich in wahre Furchen ausgedehnt hatten, wichen nur noch kleinen Fältchen. Die FÄ versuchte ihr Glück, fand Nele nur kurz und schwups, war das kleine 43 cm lange Drachenkind wieder in der Versenkung verschwunden. Wenn sie pünktlich ist, wird sie eine Stierdame, die sind ja eh stur, kommt sie etwas früher wirds ne Widderfrau und die sind ja nochmal um Längen sturer. So die Ärztin hatte ja nun noch ein paar Patienten mehr und musste sich denen wieder widmen, also kam Jessica wieder in den Raum und suchte weiter. Sie fand die kleine Nele auch öfter und blieb die ganze Zeit am Ball. Die Aufzeichnungen, die geklappt hatten, sahen gut aus und ich konnte nach Hause.
Der Schrecken am Morgen, ich kanns euch sagen, der steckt mir so tief in den Knochen, dass cih einfach nur noch ins Bett gefallen bin und erstmal geschlafen habe. Alles nur, weil Nele die Kopf-nach-unten-Lage doof fand und sich lieber in die stabile Seitenlage verfrachten wollte. Aber so sind die Babys, drehen sich, wie es ihnen gefällt und Mama macht sich Sorgen. Jessica sagte schon, das ich mich ja auf einiges gefasst machen kann, wenn wir jetzt schon sagen sie sei ne kleine Zicke. Wobei so laut sagen wir das ja nie, denn wenn sie so wird wie die Mama, dann wird sie ei ausgewachsener Hausdrache, der übellaunigen Art.
Schönen Tag, ohne viel Streß
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