Dienstag, 25. Mai 2010

mhm

Mehr fällt mir manchmal einfach nicht ein. Dann mhme ich, weil mir für das, was wir gesagt wurde, keine Worte einfallen wollen, die passend genug wären, also schweige ich, damit aber mein Gegenüber weiss, dass ich ihn vernommen habe kommt bei mir ein "mhm"
Doch dieses MHM bedeutet nicht immer sofort Zustimmung oder Ablehnung, manchmal heisst es einfach, dass ich noch einen Moment brauche um es zu verarbeiten, es zu analysieren, oder einfach nur "Geb mir einfach noch Zeit". Es gibt Dinge die ich als ungerecht erachte da kommt ein sonorisch gebrummtes "mhm", dann gibt es ein fröhliches, zustimmendes "mhm", welches sich erkennen lässt am etwas höheren Tonfall, mit dem es durch meine Lippen hervorkommt.

Das "mhm" ist ein wunderbarer und dankbarer Lückenfüller, wenn man einfach keine Worte findet. Auf der positiven, wie auch auf der negativen Seite. Mein Gesprächspartner versteht mein mhmen und manchmal sagt ein "mhm" mehr als tausend Worte. Es kommt dabei immer, wirklich immer auf den Tonfall an und darauf, wie man es mhmt.

Zustimmend ist ein fröhliches mhm, welches am Schluß nochmal hochgezogen wird, so...als lobe man ein wunderbares Essen..
Traurig wird ein mhm, wenn man es leise, ein wenig anschieben muss, am Schluß fällt der Ton und mit ihm der Vorhang.
Verschlafen wird ein mhm, wenn man es langgezogen...ein wenig zustimmend und doch zurückhaltend ausatmet. Ein verschlafenes mhm, wird nur gehaucht.
Verzweifelt ist ein mhm, wenn es schnell, hektisch und doch nur mit der ersten Silbe betont ausgespuckt wird. Es ist ein wenig rauher, weil man erschrocken, verzweifelt und ängstlich sein kann, wenn man das verzweifelte mhm wählt.

Egal, wie man sich fühlt, ein mhm, öffnet einem den Weg zu Herzen des Gegenübers, verbleibt einen Moment und zeigt dann, dass man mitfühlen kann.

Mitgefühl ist auch eine Eigenschaft, die man mhmen kann, denn mhm ist ein Gefühl. Eine gefühlte Verständigung und bei Gefühlen, braucht man keine Worte.

Anders ist es beim Mitleid, was ich keinem empfehle, denn es reicht wenn das Leid einen Menschen erreicht, man muss nicht mit ihm mit leiden. Man kann mitfühlen. Es hilft keinem, wenn man ihm das Leiden abnimmt.Die Erfahrung, die derjenige machen muss, muss er allein machen. Aber man kann mitfühlen und ihm "helfen" das Leid schnell loszuwerden, indem man ihn / sie animiert, aus dem Loch, der Dunkelheit, was auch immer einen mit Leid befällt, herauszukommen, am Leben wieder teilzunehmen und das Leben selbst als ein Geschenk zu sehen.

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