Mittwoch, 9. Juni 2010

Momente

Meistens kommt es anders und oft ist anders nicht immer schlechter. Doch in meinem speziellen Fall ist es nicht wirklich besser. Ich frage mich oft, was anders laufen könnte, warum ich den einen oder den anderen Weg, als Überlegung sofort ausschliesse, warum ich mich dann anders entscheide, als ich es eigentlich will.

Momentan habe ich Urlaub, was mich ja eigentlich arg freut. Doch nachdem ich in meinem Urlaub, die gleiche blöde Hausarbeit erledige und ich mir zusätzlich noch die Gartenarbeit aufdrücken lasse, mir überlegen muss, was ich koche und mich nach einem hitzigen Tag (nein ich will mich nicht beschweren) nicht wirklich entspannen kann, dann nervt mich Urlaub. Ich wollte mein Buch lesen, an meinem eigenen weiterschreiben und komme ich dazu? Nein!

Mein PC hat sich abgeschossen, zum Glück hat mein Mann noch einen, mit dem ich ins Internet komme und nun sitze ich hier, habe hunderte Ideen und keine Möglichkeit, sie aufzuschreiben. Das ist wirklich nervig und im Moment ist es einfach verflixt. Ich kann es drehen und wenden so oft ich will. Es wird nicht besser und dann hört man noch solche Nachrichten, dass überall beim kleinen Mann (bei der kleinen Frau ja auch) gespart werden soll und ich ächze jetzt schon innerlich, wie schlimm es noch werden soll.

Ich bin keine Großgrundbesitzerin, habe kein Erdölunternehmen und bin sicherlich nicht bei den oberen 10000 anzutreffen, dennoch mag ich am Leben bleiben und nicht noch mehr sparen müssen. Denken denn die feinen Leute, die sich solche Sparmaßnahmen ausdenken auch nur einmal an die kleine Frau, die von Ängsten und Existenzängsten getrieben wird und in manchen Nächten einfach aufwacht, um alles noch einmal nachzurechnen? Denken diese Leute einmal daran, dass auch die kleinen Leute ein Recht haben zu Leben und nicht für alles kämpfen müssen?

Ich habe ja vor eine Familie zu gründen, doch was muss ich denn dann dafür alles aufgeben? Meinen Job muss ich ein Jahr mindestens pausieren lassen. Ich will aber nicht vom Staat abhängig sein. Ich will meinem Kind alles bieten können und nicht wie andere darauf bauen, dass der Staat es richtet, doch im Moment sieht es für mich, als empfangsbereite Frau nicht so toll aus. Mir wird der Rotstift an meine Familienplanung gesetzt und es wird sich beschwert, dass immer weniger Kinder geboren werden. Woran könnte sowas denn liegen? Vielleicht, weil gerade in den ersten Jahren der Unterhalt extrem hoch ist und wenn man sich nicht auf den staat verlassen will, ist man aufgeschmissen? Ich kenne genug, die die Kinder nur wegen des Kindergeldes bekommen haben, jede Lücke nutzen und alles rauspressen, was man an kostenloser Unterstützung, Geldleistungen und Co. nutzen kann. Doch das will ich ja noch nicht einmal. Ich möchte mein Kind in einer Welt aufwachsen lassen, in der man für die Dinge, die man besitzen will, arbeitet. Wenn man sich etwas leisten will, muss man sparen. Doch momentan ist bei mir nicht viel mit sparen und das sind die Momente in denen ich meinen bisherigen Weg überdenke. Warum gehe ich arbeiten und habe nicht wie manch einer in meinem Umfeld 3-6 Kinder? Ich gehe arbeiten, weil ich mit Werten erzogen wurde. Mir wurde es vorgelebt, dass man arbeiten muss, um zu überleben. Doch mir hat nie jemand gesagt, dass der Weg so hart zu erkämpfen ist und ich für alles, was ich machen mag hundert rechnungen anstellen muss. Mir hat keiner gesagt, dass meine Bekannten den Staat (ja es sind ja nicht nur meine beiden Bekannten) so schröpfen, dass dieser Staat eines Tages zusammenbricht und alle Leistungen kürzen muss. Klar ist es nicht der Arbeitslose Z. Schuld. Aber es sind die Menschen schuld, die könnten, aber nicht wollten.

So genug gefrustet, ich habe Urlaub und den genieß ich. Mit meinem Buch, mit meinen Ideen und mit meinen Plänen

Liebe Grüße

d.

3 Kommentare:

  1. Da gibt es nichts dazu zu sagen. Genauso ist es. An manchen Tagen geht es mir wie Dir. Und dann ist meine Fröhlichkeit weg. Auch in unserem Umfeld gibt es einige, die Lücken kennen und abkassieren, einfach nicht arbeiten, obwohl sie könnten. Das ist ein Fass ohne Boden.
    Doch tief in uns drinnen, sollten wir uns nicht unterkriegen lassen
    Wir beide waren am gleichen Tag beim Zahnarzt. Ich hatte auch so Angst davor. Und es folgen noch weitere Termine....
    aber nicht heute. Ich geh nun mit den Kindern in die Sonne (in den Schatten natürlich)!
    Viele Grüße
    Elisabeth

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  2. Ich war heute wieder und es folgen bei mir auch noch einige Termine....leider. Aber ich bin so ne Angsthose :D Und das obwohl meine Mutter Zahnarzthelferin war.

    Ich verfolge im Übrigen deinen Blog, finde ihn sehr spannend und finde deinen Robert sehr liebenswert. Er ist ein echter Typ, wie man hier sagt.

    Ich bin gerade aus Belgien wieder heimgedüst und werde gleich mal zur arbeit schleichen, ich hoffe die Betäubung ist gleich weg :D

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  3. Ich möchte Dir schöne Wochenendgrüße dalassen.
    Elisabeth

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