Ja, manchmal ist es schon komisch, die Sache mit dem Gefühl und wie sehr man sich darauf verlassen kann. Ich hatte den ganzen Tag, gestern, so ein unruhiges Gefühl, dass mit meiner Mimi etwas nicht stimmt, weil sie - nach ihrem Ausflug - ja doch verändert war. Und mein Gefühl war richtig. Sie war so schläfrig, kaum aktiv und suchte meine Nähe. Wie man als Mensch, der sein Haustier wieder hat, nunmal ist, glaubte ich, dass sie einfach froh war, wieder daheim zu sein.
Die Tierärztin, zu der wir dann gestern abend noch schnell gefahren sind, sagte, dass es zum Teil ja auch schon richtig ist. Aber ich will nicht vorgreifen.
Mimi lag viel auf der Couch. hat zwar gefressen und getrunken, hat auch ihr Klöchen besucht und doch hatte ich das Gefühl, etwas stimmt nicht. Die kleine Gewitterziege ist eigentlich sehr aktiv und verspielt, auch im Umgang mit Flea und Max, aber das war alles wie weggeblasen. Sie wirkte nicht apathisch, eher so ein wenig erschöpft. Sie kam, wenn man sie rief und miaute. Also dachte ich, es sei alles normal. Dann bei einer ihrer Schmusemomente habe ich es gefühlt.
Sie hatte die Schulter leicht angeschwollen und zuckte, als ich beim Streicheln daran kam. Vielleicht geprellt, nach ihrem Ausflug in die Baumkrone und zurück? Man malt sich immer die Bilder schön und zack! Verdrängt, was sich tatsächlich abgespielt hatte, schliesslich war mein Mädchen ja wieder da.
Gestern hat Flea dann versucht Mimi zum Spielen zu bewegen und die kleine Schwarzweisse Mieze schrie kurz und fauchte dann die kleine Flea an. Komisch! So war Mimi doch noch nie und auch nach anfänglichen Wiedersehensschwierigkeiten, lief es eigentlich gut. 16 Tage sind numal eine Zeit, die nicht spurlos vorbeigehen.
Also hab ich mir die Mimi geschnappt und ertastete, dass die Schulter noch weiter angeschwollen war und Mimi furchtbare Schmerzen hatte. Sie blieb beinahe teilnahmslos liegen und liess sich von mir abtasten. Mein Mann entdeckte dann eine Zecke im Ohr und ich fühlte den Knubbel in der Schulter.
Was tut man in solch einem Moment? Ich wusste, dass Katzen nach Kämpfen immer wieder mal mit Blessuren heimkamen, aber doch nicht meine Mimi. Allerdings ist auch der Verstand des Menschen so gepolt, dass er sich einschaltet, wenn er meint, dass es notwendig sei und er nahm mir die rosarote Brille der Wiedersehensfreude ab. Klar hatte sie sich gefegt. Sie war die "Neue" im Revier und musste sich durchboxen. Nicht umsonst hatte sie in den Tagen beinahe 3 Kilo verloren. (Hier muss ich sagen, dass Mimi vor dem Ausflug ihre 4,5 Kilos auf die Waage brachte) Sie war ausgehungert, abgemagert und verstört, als wir sie fanden. Kurz vorher hatte sie sich mit einem Kater in der Wolle gehabt und der hat sie mit Sicherheit gebissen.
Ich weiss ja nciht, was sie so alles erlebt hat, aber sie war nach ihrem Finden verändert und jetzt machte ich mir Vorwürfe, warum ich nicht direkt mit ihr zum Arzt bin, um sie durchchecken zu lassen. Gestern war also der Tag der Erkenntnis und ich bin mit Mimi zum Tierarzt. Sie hatte eine Entzündung in der Schulter, kämpfte mit Fieber und das waren die Gründe, warum sie so anders wirkte. natürlich war sie auch erschöpft und froh wieder in Sicherheit zu sein. Doch eigentlich war sie nach dem Ausflug einfach nur krank.
Die Tierärztin hat die Zecke entfernt, ihr eine Spritze gegen das Fieber und die Schmerzen gegeben und dann den Abszess gespalten. Meine arme kleine Miezekatze muss nun mit einem Schnitt im Bein herumlaufen, wo halt immer noch ein wenig Eiter abfliesst.
Und nach all den Aufregungen, kann ich nun wirklich froh sein, dass ich meine kleine Zuckerschnute wieder habe und sie gesund wird.
So, nun ein wunderschönes Wochenende an alle und geniesst die Zeit.
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