Normalerweise ist das so ein Diätversprechen, welches man sich selbst gibt und sich dann nicht dran hält. Verdammte Sache, dass die Sahne auf der Torte auch immer so lecker ist. Es ist halt ein Versprechen. Nehmt euch das Wort mal auseinander. ver-sprechen. So wie ver-tan, ver-kauft, ver-griffen. Es sonnt sich dort in einer freundlichen Umgebung von Worten die im Grunde ver-kehrt sind. Nein, das wird keiner dieser Wort- bzw. Haarspalterbeiträge ;) Auch wenn es sich gerade so anhört. Mir fiel das gerade beim schreiben auf. Ver-sprechen ist doch im Grunde sowas wie ver-schreiben. Also nicht das was der Arzt mit den Rezepten macht, vielmehr, dass was einem in einem Diktakt passiert. Ein kleiner Fehler, der so ja nicht schlimm ist, aber in einer Ansiedlung von Fehlern, schon tragend wird.
So nun wollte ich aber doch nicht so wortklaubend sein.
Deshalb schwenkte ich nun mehr oder weniger elegant den Fokus von diesem kleinen Ausflug weg, hin zu dem morgigen Tag. Nachdem ich gestern schon davon geträumt, dass mich ein Mann mit einem Messer verfolgt und mich umbringen will, bin ich diese Nacht traumlos gewesen. Also nicht wirklich, denn geträumt wird immer, aber ich kann mich nicht erinnern. Erst glaubte ich. naja, wenn der Irre aus dem Traum vorgestern dich erwischt hat, ist es kein Wunder, dass du nichts träumst, wenn du ja tot am Wegesrand liegst und sich keiner auf die Suche macht. Das ist wie in dem lustigen PC-Spiel, was ich hatte. Man spielte einen Helden, der auf großes Abenteuer ging, der von irgendwelchen Monstern mit Zaubersprüchen erlegt wurde und dieser arme kleine Held, lag dann da im Staub, bis entweder die komplette Gruppe in einem Tempel wiederbelebt wurde, oder die Heilerin alle Monster aus den Schuhen gehauen hat und dann endlich, nach gefühlten Stunden, den Weg zu einem fand, um einen wiederzubeleben. So fühle ich mich grad.
Traumlos ist immer doof, denn ich erinner mich gern an meine Träume. Meistens sind sie ja auch lustig und nicht häufig werde ich mit Herzrasen wach und traue mich nicht zur Toilette, weil dort der böse schwarze Mann vor der Tür steht, der mir ans Leder will. Nein, solche Alpträume habe ich wirklich nicht oft. Ich glaube ich verarbeite darin, dass mein Urlaub heute zu Ende ist und mich das Arbeitsleben ab morgen wieder fest im Griff hat. Ich soll mir zwar keinen Stress zutrauen, was bleibt mir denn übrig, wenn ich dort sitze und die Kunden wieder meinen, dass ihnen die Welt gehört, während ich ihre Sklavin bin. Nein. Ab morgen wird das anders, ganz wirklich. Da bin ich nämlich die Kaiserin und habe über die kleinen Könige zu befehlen. Macht einer nicht was ich will. Kopf ab! So wie die Herzkönigin aus Alice im Wunderland. Ich werde aber nicht mit einem Schweinchen zu meinen Füßen dasitzen. Auch wenn die Vorstellung sehr verlockend ist und ein warmer Schweinebauch gut für die Füße einer Kaiserin sein soll. Nein ich bin für Tierschutz und bleibe bei meiner kleinen schwarzen Fußbank und ich werde mich nicht wirklich abhetzen und somit wohl die meisten Kunden bei mir stehen haben, denn Kunden hassen nichts mehr, als am Ende eines Einkaufs noch gehetzt zu werden.
Aber die Ärztin hat es verboten und die ist sowas wie der Papst, wenn ich die Kaiserin bin. Sie erlaubt mir, meine Krone und so muss ich mich zumindest an das halten, was sie sagt und mir empfiehlt. Ausserdem ist Streß für das Baby nicht so toll. Bei der letzten Untersuchung hat es gewunken, nachdem ich mir ein paar Sorgen gemacht habe, wie es denn nun da drin so aussieht. Nicht, dass ich mir Sorgen machen müsste, aber ich bin nunmal eine Neuschwangere und wusste nicht, dass ich Bänder habe, die man erst noch dehnen muss. Ich bin davon ausgegangen, dass alles schon so passt. Naja, wieder was gelernt und ab morgen, ganz wirklich, halte ich mich zurück und geniesse das Laute um mich. Nicht dass mein Leben sonderlich lesie wäre. Nein, das wirklich nicht. Aber morgen pulsiert das Leben und ab Ende Februar, Anfang März wird es in meiner kleinen Welt für einen Moment ganz still. Demütuges Schweigen wird ab dem Moment sein, wenn das zarte Stimmchen eine Stille durchbricht und ich es im Leben körperlich willkommen heiße. Willkommen ist es ja schon, habe ich dem Baby gesagt und wenn es dann da ist. Dann wird es wieder vorbei sein mit der Ruhe, aber es wird eine ganz andere Lautstärke sein, als bisher die Großstadtkakophonie, die mich umgibt. Es wird das Leben sein, welches plötzlich mitten in der Nacht nach der Milch schreit und ich weiß, dass ich gern aufstehe und gern im Halbschlaf die Fütterung des kleinen Raubtieres übernehme. Klar wird es anstrengend, aber sind Anstrengungen nicht notwedig, dass man spürt wie das Leben um einen tobt, nimmt man nicht mit Anstrengungen daran teil? Jeder Tag ist anstrengend, denn man hat den Ansporn neue Schritte auf seinem Weg zu gehen. Und das ist nicht immer leicht. Ebensowenig kann man sich mal eben von alten Gewohnheiten trennen. Nur wenn man einen Moment innehält. Zur Ruhe gezwungen, wird einem klar, daß man vieles ab und an überdenken muss. Man findet seine eigene Mitte wieder und von dort aus, hat man den besten Blick auf seine Situation.
Naja ab morgen, ist es bei mir mit der Ruhe in einem gewissen Maße vorbei. Aber nur soweit wie ich es mir eingestehe. Sobald es nicht geht, geht es nicht mehr.
Zauberhafte Grüße
die Ich
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